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Die digitale Transformation, der Gezeitenwechsel von analog zu digital, lässt keinen Stein auf dem anderen. So heisst es. Futurologen und andere Berater entwickeln Szenarien, die helfen sollen, mit einer Zukunft fertig zu werden, die unsere Gegenwart schneller einholt, als wir zu glauben fähig sind. Nun gibt es mehrere Dimensionen, denen Digitalisierung laut Prognosen ein neues Koordinatensystem aufdrücken soll. Aus Unternehmersicht können diese, vielleicht vereinfacht, auf die 7 Ps - Product, Price, Place und Promotion, Process, People und Physical Facilities - im Marketingmix herunterdekliniert werden.


Der Einfluss der Digitalisierung mit all ihren Konsequenzen wirkt auf diese Komponen­­ten unterschiedlich stark. So dürfte der Veränderungsmechanismus beispielsweise hinsichtlich der Ausgestaltung von Produktentwicklungen und Wertschöpfungsketten intensiver ausfallen als etwa bei Führungsprinzipien, deren Ausgestaltung einen nicht zu unterschätzenden Anteil an Soft Skills beherbergt. Anders sehen das Teile der Beratergilde, die schon seit längerem den Abgesang auf die Hierarchie als Organis­a­tionsform angestimmt haben und jetzt die Digitalisierung als Auslöser für verheis­sungsvolle Alternativen benennen. Die Eigenverantwortung der Mitarbeiter, selbstführende Teams und Demokratisierung bei Entscheidungsfindungen sind demnach Bestandteile künftiger Organisationsformen.


Sicherlich haben sich die Formen der Zusammenarbeit bereits verändert. So ist beispielsweise die Heterarchie, der Wechsel vom vertikal, also streng hierarchisch organisierten Unternehmen zum horizontal organisierten, keine grosse Ausnahmeerscheinung mehr. Eine pauschale Verteufelung von Hierarchien ist allerdings genauso wenig zielführend wie die grenzenlose Forderung nach Mitbestimmung. Auch im digitalen Zeitalter braucht es eine sinnvolle Balance von zentraler und dezentraler Macht, damit die Fähigkeiten aller Mitglieder der Organisation zur Zielerreichung miteinander verkoppelt werden können. Und nicht erst seit heute gilt, dass letztlich alle mehr oder weniger erfolgreichen Unternehmen entsprechende Muster von Autonomie und Hierarchie aufweisen.


P.S.: Mehr zum Thema «Führung im digitalen Zeitalter» lesen Sie in der Oktober-Ausgabe (Erscheinung: 22.9.2016).



Michael Sommer

Chefredaktor