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Es vergehen derzeit kaum ein Kongress, Pressegespräch oder eine andere Veranstaltung ohne die Thematik der digitalen Transformation. Natürlich ist die Qualität solcher Kommunikationsforen recht unterschiedlich, und meist dienen sie in erster Linie einem Geschäftsfeld des Absenders, doch es gibt einige interessante, sich deckende Grundaussagen. Eine der wichtigsten ist ebenso enttäuschend wie beruhigend. Es gibt keinen Masterplan für die erfolgreiche Bewältigung der digitalen Transformation. Mögliche Entwicklungen und die damit verbundenen Chancen und Risiken können daher nur skizziert werden. Erfahrungswerte, die zu Benchmarks führen könnten, gibt es noch nicht. Das Positive daran: Führungskräfte müssen nicht vorschnell auf einen Beratungs- und vermeintlichen Wettbewerbsdruck reagieren.


Eine zweite Erkenntnis diverser Betrachtungsweisen ist ebenso grundlegend. Die Digitalisierung ist ein technologischer Prozess, der mit Fokus auf IT-Prozesse einigermassen absehbar ist. Die eigentliche Transformation jedoch passiert an anderer Stelle. Es ist der Faktor Mensch, der den digitalen Wandel zum Erfolg führt, oder eben nicht. Folglich liegt die grösste Herausforderung in der Ausrichtung auf eine Führungsstruktur und eine Unternehmenskultur, die kommende Veränderungsprozesse stützen und einem wachsenden Anspruchsverhalten der Stakeholder begegnen können. Auf dem Reissbrett ist der dafür notwendige Leader 4.0 bereits entstanden. In einer flachen Hierarchie soll er durch eine werte- und zielverändernde Führung die Weiterentwicklung und den Wandel vorantreiben, Arbeitsorte und -zeiten flexibel gestalten und charismatisch Mitarbeiter inspirieren. So sagt es zumindest der «Transformational Leadership»-Ansatz.


Wie praxisnah dieses idealistische Bild sein kann, ist unternehmensindividuell zu beurteilen. Sicher ist, dass die Anforderungen an Führungskräfte komplexer werden. Und noch viel deutlicher als in der Vergangenheit dürfte Leadership zu einem Erfolgsfaktor und Wertschöpfungstreiber werden. Das ist eine gute Nachricht für KMU, denn Unternehmensführung ist ihre ureigene Stärke. Auch sind Agilität und Innovationsfähigkeit keine Merkmale eines neuen Paradigmenwechsels. In diesem Sinne waren Unternehmer schon immer auch Transformer.


P.S.: Mehr zum Thema «Leadership in der digitalen Transformation» lesen Sie in der Juni-Ausgabe. (Erscheinungstag: 25. Mai 2016)



Michael Drosten

Chefredaktor