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Mensch & Arbeit
Sicherheit durch Instandhaltung

Professionelle Arbeit gewährleistet Sicherheit und Gesundheit

Dr. Peter Meier (Autor)

01.01.11 - 10:45

Instandhaltungsarbeiten bergen Gefahren für diejenigen, die sie ausführen. Auf Instandhaltung zu verzichten, würde aber noch mehr Menschen in Gefahr bringen und könnte noch grössere Gefahren nach sich ziehen. Wer Instandhaltungsarbeiten durchführt, muss sich stets vor Augen halten: Die eigene Gesundheit und Sicherheit sowie jene der Kollegen hängen davon ab, dass professionelle Arbeit geleistet wird.

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Fünf Grundregeln

Instandhaltung ist ein Prozess, der vor der konkreten Massnahme einsetzt und erst dann abgeschlossen ist, wenn die Massnahme geprüft, gegengezeichnet und vollständig dokumentiert ist. Die Beteiligung von Arbeitnehmern bzw. ihren Organisationen in allen Phasen und an allen Aspekten dieses Prozesses erhöht nicht nur die Sicherheit des Prozesses, sondern auch die Qualität der Arbeit. Die folgenden fünf Schritte sind Bestandteil einer
sicheren Instandhaltung:

1. Planung der Instandhaltung

Der Arbeitgeber muss eine Gefährdungsbeurteilung durchführen und das Personal in diesen Prozess einbeziehen. Dabei sind folgende Punkte zu beachten:

  • Umfang der Arbeiten: Was ist zu tun, wie viel Zeit ist für die Durchführung erforderlich, inwieweit sind andere Personen oder Tätigkeiten im Arbeitsbereich betroffen?

Gefahrenermittlung: Zum Beispiel elektrischer Strom, Gefahrenstoffe durch beispielsweise Stäube/Asbest belastete Raumluft, enge geschlossene Räume, bewegliche Maschinenteile, Absturz- oder Durchbruchgefahr, Bewegen schwerer Teile, schwer erreichbare bzw. schwer zugängliche Teile.

  • Voraussetzungen für die Durchführung: Qualifikation und Anzahl der Personen, die die Arbeiten ausführen, beteiligte Personen, Rolle des Einzelnen (Verantwortung für Fremdpersonal, Aufgabenmanagement, bei eventuell auftretenden Problemen zu unterrichtende Person), zu verwendende Arbeitsmittel und Werkzeuge, persönliche Schutzausrüstungen (PSA) und sonstige eventuell erforderliche Massnahmen zum Schutz der Arbeitnehmer (z.B. Gerüste, Überwachungseinrichtungen).
  • Sicherer Zugang zum betreffenden Arbeitsbereich und (schnelle) Fluchtmöglichkeiten.
  • Schulung des mit Instandhaltungsarbeiten befassten Personals sowie Information der Personen, deren Arbeitsplatz in dem betreffenden Bereich liegt, über die auszuführenden Arbeiten (Qualifikation und Sicherheit des Personals müssen gewährleistet sein), Festlegung der Zuständigkeiten, Verantwortlichkeiten und der Arbeitsverfahren sowie Berichterstattung bei auftretenden Problemen. Dies ist besonders wichtig, wenn die Instandhaltung von Fremdpersonal durchgeführt wird. Das Personal sollte in die Planung einbezogen werden. Es kann potenzielle Gefahren erkennen und Hinweise geben, wie diese wirkungsvoll beseitigt werden können. Die Ergebnisse der Gefährdungsbeurteilung und der Planung sollten dem Instandhaltungspersonal und anderen Beteiligten mitgeteilt werden. Die Schulung des Instandhaltungspersonals und des Fremdpersonals und das Training der erforderlichen Arbeitsabläufe ist ein wesent­liches Element zur Gewährleistung seiner Sicherheit.

2. Sichere Arbeitsumgebung

Die in der Planungsphase im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung festgelegten Verfahren müssen in konkrete Massnahmen umgesetzt werden. Zum Beispiel muss die Stromzuführung der zu wartenden Einrichtung unter Verwendung des festgelegten Verriegelungssystems unterbrochen werden. Ein Warnschild mit Datum und Zeitdauer der Massnahme sowie dem Namen der zur Entfernung der Verriegelung befugten Person ist anzubringen. Auf diese Weise wird die Sicherheit der Personen, die die Instandhaltung an der Maschine durchführen, nicht durch irrtümliches Einschalten der Maschine gefährdet. Gleichzeitig dient die Verriegelung auch dem Schutz der Person, die die Maschine irrtümlich einschalten könnte, wenn nämlich die Maschine (beispielsweise aufgrund entfernter Schutzeinrichtungen) nicht betriebssicher ist. Das Personal muss prüfen, ob der Arbeitsbereich, wie im Wartungsplan vorgesehen, sicher betreten und verlassen werden kann.

Porträt

Dr. Peter Meier (Autor)

Leiter Arbeitsbedingungen Amt für Wirtschaft und Arbeit