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Mensch & Arbeit
Ergonomie am Arbeitsplatz

Mit einfachen Mitteln die Leistungsfähigkeit erhöhen

Dieter Schmitter (Autor)

01.10.11 - 11:00

Gesunde und motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind das wertvollste Kapital einer Firma. Zentral für das Wohlbefinden sind ergonomisch eingerichtete Büro-Arbeitsplätze. Die Bedeutung einer ergonomischen Arbeitsplatzgestaltung steigt mit der Benützungsdauer. Je länger am Bildschirm gearbeitet wird, desto mehr muss darauf geachtet werden, dass die Ergonomie stimmt.

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Fragen wirft immer wieder der Bildschirmabstand auf. Als Faustregel gelten bei mittelgrossen Personen 70 Zentimeter, was ungefähr einer ausgestreckten Armlänge entspricht. Bei grossen Bildschirmen (21 Zoll und grösser) darf der Abstand zwischen Fingerspitze und Bildschirm zusätzliche 10 bis 20 Zentimeter betragen. Häufigste Ursache für Nackenprobleme und Augenbeschwerden sind zu hoch eingestellte Bildschirme. Ist der Bildschirm nämlich zu hoch eingestellt, wird der Kopf automatisch in den Nacken gezogen und die Augenlider sind ganz geöffnet. Bei ganz geöffneten Augenlidern verdunstet die Tränenflüssigkeit schneller und die Augen werden trocken, was zu Reizungen führen kann. Bildschirme gehören deshalb auch niemals auf Sockel oder den Rechner. Die ideale Blickrichtung auf den Bildschirm – mit entspannter Nackenmuskulatur – liegt ungefähr 30 Grad unter der horizontalen Blickrichtung, wobei der Blick auf die Bildschirmmitte treffen sollte. Bei dieser Einstellung sind die Augen fünf bis zehn Zentimeter über dem oberen Bildschirmrand. Das wiederum bedeutet, dass der Bildschirm praktisch immer in die tiefstmögliche Position gebracht werden muss.

Personen mit altersbedingter Weitsichtigkeit müssen darauf achten, dass sie bei ihrer normalen Gleitsichtbrille nicht durch den unteren Brillenteil auf den Bildschirm schauen, denn dabei ziehen sie den Kopf in den Nacken, was ebenfalls Nackenbeschwerden auslöst. Ist das der Fall, sollten sie sich bei ihrem Optiker nach einer PC-Brille erkundigen.

Handgelenkbeschwerden werden oft dadurch verursacht, dass die Mauszeigergeschwindigkeit zu niedrig ist. Um den Cursor auf dem Bildschirm zu bewegen, muss dann die Maus extrem viel bewegt werden. In den meisten Fällen sollte die Maus auf ihre maximal mögliche Geschwindigkeit eingestellt werden (über die Systemsteuerung/Zeigeroptionen).

Spezialfall Laptop

Eine spezielle Regelung gilt für Verwender von Laptops. Wer nämlich ohne externe Hilfsmittel mit dem Laptop arbeitet, nimmt meistens eine schlechte Körperhaltung ein. Der Oberkörper ist nach vorne gebeugt, die Unterarme liegen auf dem Tisch und Papiervorlagen werden meistens zwischen die Unterarme gelegt. Um Rückenschmerzen vorzubeugen, gelten folgende Empfehlungen: Wer länger als eine Stunde pro Tag mit einem Laptop arbeitet, sollte eine externe Tastatur und eine Maus benutzen. Bei mehr als zwei Stunden Laptop-Arbeit pro Tag sollte zudem ein Zusatzbildschirm verwendet werden.

Porträt

Dieter Schmitter (Autor)

Suva, Bereich Physik