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Mensch & Arbeit
Supported Employment

Der Weg zu einer erfolgreichen Eingliederung

Samuel Schmid (Autor), Coni Wyss (Autor)

01.06.11 - 13:15

40 Prozent der Invalidenrenten haben psychische Ursachen. Häufig haben psychisch kranke Menschen eine sehr gute Ausbildung, bringen damit also ein grosses Potenzial mit. Ihre Eingliederung in den Betrieb ist bei allen damit verbundenen Schwierigkeiten sinnvoll – sowohl für das Unternehmen wie auch die Betroffenen.

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Prozess klar definieren

Den Prozess haben die Autoren in ihrem Betrieb folgendermassen definiert, wobei das Vorgehen je nach Integrationsbetrieb abweichen kann.

Entscheidungsfindung

Sind die Voraussetzungen für eine Arbeitserprobung erfüllt?

Kriterien: Belastbarkeit, Stabilität, Präsenz, Leistungsfähigkeit, Sozialkompetenz

Profil erstellen

Einerseits das Kompetenzprofil des Mitarbeitenden und andererseits das gewünschte Stellenprofil für das Praktikum erarbeiten. Wichtig ist, das Praktikum in einem Bereich durchzuführen, wo eine spätere Eingliederung denkbar ist.

Suche Praktikumsstelle

Meist telefonische Anfrage von potenziell geeigneten Praktikumsbetrieben. Vereinbaren eines Vorstellungstermins. Klären der gegenseitigen Erwartungen.

Praktikumsvereinbarung abschliessen

Alle wichtigen Abmachungen werden in einer Praktikumsvereinbarung schriftlich festgehalten. Diese wird vom Praktikumsbetrieb, der betroffenen Person und der Integrationsberaterin unterzeichnet.

Praktikum durchführen

Während des Praktikums pflegt die Integrationsberaterin regelmässigen Kontakt mit dem Praktikanten und dem Praktikumsbetrieb. Die Beraterin unterstützt und koordiniert an den jeweiligen Schnittstellen zwischen Praktikumsbetrieb, Institution, IV und allfälligen weiteren Stellen (zum Beispiel Psychiater, Angehörige, Sozialdienst oder Berufsschule, usw.).

Praktikum auswerten

Ungefähr drei Wochen vor Ende des Praktikums findet eine differenzierte Auswertung der gemachten Erfahrungen statt. Die Rückmeldungen und Beurteilungen des Praktikumsbetriebs sind dabei sehr wichtig.

Weitere Eingliederungsschritte planen

Aufgrund der Ergebnisse werden die weiteren Eingliederungsschritte geplant. Im Idealfall bietet der Praktikumsbetrieb dem Praktikanten gleich eine Festanstellung an. Manchmal zeigen sich Lücken, die mit einem gezielten Training geschlossen werden müssen.

Fazit

Die Ziele der 6. IVG-Revision können nur mit einem Engagement der Unternehmungen erreicht werden. Vorwürfe mangelnder Solidarität oder Appelle ans soziale Gewissen greifen jedoch zu kurz. Die Unternehmungen brauchen professionelle Unterstützung und positive Erfahrungen. So entsteht ein tragfähiger Boden, der auch mal ein gewagteres Experiment erlaubt.

Porträt

Samuel Schmid (Autor)

CEO

Coni Wyss (Autor)

Integrationsberaterin