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Forschung & Entwicklung
GDI-Studie: The Story of Unstoring

Weshalb der Laden kein Laden mehr ist

Alain Egli (Autor)

01.11.10 - 15:00

Der stationäre Detailhandel verschiebt sich grundlegend Richtung Online. Was bedeutet es für Fachmärkte, Shopping-Centers oder den «Tante-Emma-Laden», wenn der Siegeszug des Internets anhält? Wenn sich das Internet immer mehr von der Virtualität in die reale Ladenwelt ausbreitet?

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5. Die Welt verwandelt sich in eine riesige Verkaufsfläche

Der Point of Sale verlässt den Laden. Etwa, wenn Konsumentinnen und Konsumenten irgendeinen Artikel – egal, ob er in einem Schaufenster liegt, auf dem Screen des Handys prangt oder von einem Passanten getragen wird – anklicken, identifizieren und kaufen können. Es sei denn, gewisse Dinge wären mit Exklusivität belegt. Was im neuen Cyber-Nomaden – da ähnelt er dem Shopping-Neandertaler stark … – bestimmt Begehrlichkeit weckt.

6. Jeder ist nur ein Händler auf Zeit

Wenn Händler bisher von der Bildfläche verschwanden, hatte dies in der Regel mit Konkurs, Übernahme oder Aufgabe des Geschäfts wegen schwieriger Nachfolgeregelung zu tun. Künftig verschwinden Läden, weil es sie nicht mehr braucht. Die Läden werden nicht mehr benötigt von einer Generation, die jetzt erst am Aufwachsen ist. Was das heisst für den Händler, der heute im Business steht – und es auch morgen noch sein möchte: wachsam sein, denn kein Laden – ob on- oder offline – wird mehr für die Ewigkeit gebaut.

Radikale Umwälzungen

Unstoring ist bereits in vollem Gang. Bisher konnte man im Schweizer Detailhandel verfolgen, wie die Anzahl der Läden stetig abnahm, die weiter bestehenden hingegen an Fläche zulegten. Auch wenn der Flächenhunger weiterhin grassiert im Lande, kann das nicht darüber hinwegtäuschen, dass radikale Umwälzungen anstehen. Über das Tagesgeschäft hinaus verlangen mittelfristige Branchenveränderungen ganz sicher viel mehr Aufmerksamkeit, als dies noch 1990 der Fall war. Der Sog der Digitalisierung zwingt jeden Händler dazu, sein Geschäftsmodell neu zu überdenken, zu verfeinern, seinen Kunden anzupassen. Oder, etwas brutaler gesagt, die Devise wird lauten: mitmachen ... oder mitsterben.

Porträt

Alain Egli (Autor)

Communications