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Forschung & Entwicklung
Internationalisierung

Erfolgsfaktoren im Internationalisierungsprozess

Marisa Wenk (Autor), Dr. Eva-Eliane Tammena (Autor)

29.03.18 - 00:15

Die Internationalisierung von KMU ist geprägt durch den direkten Export. Es gibt viele Gründe, die für eine Internationalisierung sprechen, doch welche Faktoren gilt es zu beachten, wenn sich ein Unternehmen mit der Internationalisierung auseinandersetzt? Eine Studie zeigt die Chancen und Herausforderungen bei der Erschliessung ausländischer Märkte.

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Innovation und Swissness

Die MEM-Branche ist bekannt als eine der innovativsten Industrien der Schweiz. Das Konzept der Swissness stärkt die internationale Reputation jedes Unternehmens der MEM-Industrie, welches den Schritt in die Internationalisierung wagt. Es gab immer Vorreiter und Visionäre der Internationalisierung, welche sich auf dem internationalen Markt bereits etabliert haben – gerade eben auch aus der «kleinen Schweiz».

Diese Firmen haben den Weg für immer mehr KMU, welche die Internationalisierung vorantreiben, geebnet. Durch die gute Reputation, welche Schweizer Produkte aller Art im Ausland geniessen, öffnen sich immer noch einige Türen. Wobei auch andere Länder, wie beispielsweise Deutschland, sich in puncto Qualität immer mehr etablieren. Der traditionelle Imagevorsprung ist schmal und verlangt Engagement.

Innovation geht mit Swissness Hand in Hand. Schweizer Produkte werden mit Präzision, Effizienz und Qualität in Verbindung gebracht. Dies ist nur durch Innovation, das ständige Hinterfragen und Verbessern von Produkten und Prozessen möglich. Hans Hess, Präsident der Swissmem, erklärt, dass die Innovationskraft zwar wichtig sei, es aber vielen kleineren Unternehmen an finanziellen Mitteln fehlen würde. Es ist ein Appell an Investoren, wenn Hess sagt: «Nicht nur Start-ups benötigen Kapital, auch gestandene KMU brauchen Kapital, damit sie sich bietende Chancen nutzen können.»

Klein- und mittelständische Unternehmen in der Schweiz sind also prädestiniert dafür, auch im Ausland tätig zu sein. Durch ihre innovativen Produkte und Dienstleistungen sowie die gute Reputation von «Made in Switzerland»-Produkten stehen ihnen die Türen für die Internationalisierung offen. Der erfolgversprechendste Weg in internationale Märkte scheint im direkten Export und einem Management, welches bereits internationale Erfahrungen gemacht hat, zu liegen.

Die Studie

Die Studie wurde im Rahmen einer Masterarbeit von Marisa Wenk am Schweizerischen Institut für Klein- und Mittelunternehmen (KMU-HSG) erstellt. Dr. Heiko Bergmann & Prof. Dr. Urs Fueglistaller betreuten die Arbeit. Begleitender Partner war das Iconfi-Institut mit Dr. Eva-Eliane Tammena. Befragt wurden mehr als 200 KMU aus der MEM-Branche, 170 Unternehmen waren an der quantitativen Untersuchung beteiligt; qualitative Teilnehmer waren elf Mitglieder des Verbandes Swissmechanic.

Die Kurzzusammenfassung

Die Masterarbeit thematisiert die Internationalisierung von KMU in der MEM-Branche und die Nutzung von Kooperationen für die Internationalisierung. Daten des Swiss International Entrepreneurship Survey 2016 wurden auf die Frage, wie sich KMU der MEM-Branche internationalisieren, analysiert. Es konnte festgestellt werden, dass KMU der MEM-Branche primär europäische, nordamerikanische und nordostasiatische Märkte mittels direkt und indirektem Export bedienen. Ausserdem wurden qualitative In-terviews mit Mitgliedern des Verbandes Swissmechanic durchgeführt. In diesem Rahmen konnte ermittelt werden, dass KMU der MEM-Branche Kooperationen, meist Vertriebskooperationen, für die Internationalisierung nutzen. Unternehmen können von Kooperationspartnern vor allem in den Bereichen Marktwissen, Kundenstamm und lokalen Netzwerken profitieren.

Porträt

Marisa Wenk (Autor)

Marketing, Eucerin Beiersdorf AG

Marisa Wenk studierte Volkswirtschaft im Bachelor und Unternehmensführung im Master an der Universität St. Gallen. Aktuell arbeitet im Bereich Marketing bei der Beiersdorf AG Schweiz in Reinach.

Dr. Eva-Eliane Tammena (Autor)

Bereichsleiterin Wissenschaft

Dr. Eva-Eliane Tammena hat nach den Studien der Betriebswirtschaft, Kommunikation und Philosophie zum Thema Strategie, Information und Kommunikation im Management an der Ludwig-Maximilian-Universität (LMU) promoviert. Neben ihrer Tätigkeit als Beraterin für Kommunikation, Marketing und Management (unter anderen Swissmechanic, Accenture, Malik, Sky, Red Bull) engagiert sie sich ehrenamtlich für Schweizer KMU und veröffentlicht wissenschaftliche Arbeiten und Studien der praktischen Umsetzung neuer Trends der (digitalen) Kommunikation und Führung.