Die Wissensplattform für erfolgreiche Unternehmer und Top-Manager
Finanzen & Vorsorge
Mehrwertsteuer

Das gilt es zu beachten bei der MWSt-Satzerhöhung 2011

Rainer Marxer (Autor), Sarah Moragon (Autor)

01.09.10 - 14:00

Am 27. September 2009 haben Volk und Stände die Vorlage über die Zusatzfinanzierung der Invalidenversicherung (IV) angenommen. Per 1. Januar 2011 tritt die auf sieben Jahre befristete Erhöhung der MWSt-Sätze in Kraft. Mit dieser Satzerhöhung soll der Fehlbetrag in der Invalidenversicherung verringert werden.

Tabs

Seite 4

Bezugsteuer

Auch bei der Bezugsteuer ist einzig der Zeitpunkt oder der Zeitraum der Leistungserbringung massgebend für den anzuwendenden Steuersatz. Der Bezugsteuer unterliegende Leistungen, die bis zum 31. Dezember 2010 bezogen werden, können ungeachtet des Datums oder der Zahlung noch zum alten Steuersatz versteuert werden. Voraussetzung dafür ist, dass die Leistung im Jahr 2010 erbracht worden ist. Bei Leistungen, die sich über den Zeitpunkt der Steuersatzerhöhung hinweg erstrecken, kann der auf das Jahr 2010 entfallende Teil nur dann zum alten Satz versteuert werden, wenn der ausländische Leistungserbringer diesen Teil gesondert fakturiert oder separat ausweist. Ansonsten unterliegt die gesamte bezogene Leistung dem neuen Satz von 8 Prozent.

Vorsteuerabzug

Grundsätzlich darf die in Rechnung gestellte Steuer vom steuerpflichtigen Leistungsempfänger in Abzug gebracht werden. Eine im Jahr 2010 mit 8 Prozent Mehrwertsteuer belastete Rechnung darf vom Leistungsempfänger bereits in den MWSt-Abrechnungen 2010 als Vorsteuer geltend gemacht werden. Falls ein Leistungserbringer eine Leistung mit falschem Steuersatz fakturiert, aber die Steuerdifferenz in einer Folgerechnung (mit Bezug auf die ursprüngliche Rechnung) nachfakturiert, kann auch hierfür der Vorsteuerabzug vom Leistungsempfänger vorgenommen werden. Wird bei steuerpflichtigen Personen die abziehbare Vorsteuer in der Buchhaltung automatisch berechnet, muss insbesondere darauf geachtet werden, dass die korrekten Steuersätze zur Anwendung gelangen. Gegebenenfalls muss eine Leistung nach altem und neuem Steuersatz aufgeteilt werden und mit zweimaligen Einträgen buchhalterisch erfasst werden, um den jeweiligen Teil dem entsprechenden Mehrwertsteuersatz zuzuordnen. Dies ist jedoch von der jeweiligen Buchhaltungssoftware abhängig.

Porträt

Rainer Marxer (Autor)

Eidg. dipl. Wirtschaftsprüfer, eidg. dipl. Betriebsökonom FH

Sarah Moragon (Autor)

Steuern / Beratung ReviTrust-Gruppe