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Digitalisierung & Transformation
Künstliche Intelligenz

Roboter als Treiber der digitalen Transformation

Regula Heinzelmann (Autor)

26.04.18 - 02:15

Künstliche Intelligenz, abgekürzt KI, lässt sich für vieles einsetzen, von Produktion bis zu Finanzgeschäften. Auch in der Schweiz sind Unternehmen und Hochschulen in dem Bereich sehr aktiv; eine wichtige Rolle spielt die Quantencomputertechnik.

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Das IBM «Q Network» ist ein weltweites Netzwerk von Industrie-, Forschungs- und Wissenschaftsinstitutionen, das das Ziel verfolgt, Quantentechnologie zu fördern und erste kommerzielle Anwendungen zu entwickeln. Diesem gehören führende Unternehmen und Institutionen an. Das Netzwerk bietet Unternehmen und wissenschaftlichen Institutionen mit entsprechendem Hintergrundwissen und Ressourcen einen cloudbasierten Zugang zu dem momentan modernsten und skalierbarsten universellen Quantenrechner, einem 20 Qubit IBM Q-System sowie entsprechenden Technologien. Unternehmer, die sich über den momentanen Stand der Quantentechnologie informieren oder eine Strategie entwickeln möchten, haben die Möglichkeit, IBM Services, IBM Q Consulting-Workshops zu besuchen.

Intel erzielt weitere Fortschritte im Bereich Quantencomputing: Das Unternehmen stellt seinem niederländischen Partner, dem Forschungszentrum «Qu-Tech», einen supraleitenden 17-Qubit-Testchip zur Verfügung. Die beiden Partner arbeiten seit 2015 gemeinsam an der Erforschung von Quantencomputern. Der von Intel gefertigte Chip zeichnet sich durch ein spezielles Design aus, wodurch die Produktion einer höheren Stückzahl bei gleichzeitiger Leistungssteigerung ermöglicht wird. Intel und Qu-Tech entwickeln Quantencomputersysteme, woran die Halbleiterfertigung und die Materialwissenschaft einen wichtigen Anteil haben.

 

Vernichten Roboter die Arbeitsplätze

Dass mit fortschreitendem Einsatz von Robotern der Abbau von Arbeitsplätzen einhergeht, ist unumstritten. Mittlerweile gilt das nicht nur mehr für die Industrie-, sondern auch für Schwellenländer. Eine Studie von Avenir Suisse von 2017 sagt Folgendes: Das Schweizer Produktivitätswachstum lag in den letzten Jahren bei einem Prozent pro Jahr. Das starke Wachstum der Beschäftigung im digitalen Sektor wurde zwar von einer Zunahme der Wertschöpfung begleitet, allerdings stieg die Arbeitsproduktivität insgesamt um nur zirka zehn Prozent. Im physischen Sektor nahm die Arbeitsproduktivität über 33 Prozent zu. Makroökonomisch betrachtet, ist von einer disruptiven Digitalisierung wenig zu spüren.

Welche digitalen Technologien sich künftig durchsetzen werden und mit welchen dauerhaften Konsequenzen die Schweizer Volkswirtschaft zu rechnen hat, ist laut Avenir Suisse schwer abzuschätzen. Der Wandel könne in bestimmten Branchen disruptiv werden, die Angst vor der «gros­sen Substitution» sei jedoch in der näheren Zukunft unbegründet. Mensch und Maschine werden sich weiterhin ergänzen, man braucht aber Arbeitskräfte mit genügend Kenntnissen, um die Maschinen zu bedienen. Mit der Pensionierungswelle der Angestellten aus der Babyboomer-Generation sei eher mit einer Verknappung des Arbeitsangebots zu rechnen.

Um den zukünftigen Effekt der Automatisierung auf die Arbeitsplätze genauer abschätzen zu können, haben Ökonomen der University of Oxford berechnet, wie viele Jobs in den USA einem hohen Automatisierungsrisiko ausgesetzt sind. Basierend darauf, hat Deloitte Schweiz 2015 eine Analyse für die Schweiz durchgeführt. Tätigkeiten, die kaum durch Automatisierung ersetzt werden können, haben in den letzten 25 Jahren stark zugenommen, hingegen Arbeit mit hoher Automatisierungswahrscheinlichkeit kaum, diese wurden sogar reduziert. Aber in den nächsten Jahren und Jahrzehnten könnten fast 50 Prozent der Beschäftigten durch Automatisierung ersetzt werden. Für Unternehmen bietet die fortschreitende Automatisierung eine Chance, wenn sie ihre Geschäftsprozesse frühzeitig anpassen. Durch Automatisierung sinken die Grenzkosten der Produktion und es entsteht mehr Spielraum bei der Preisgestaltung.

Porträt

Regula Heinzelmann (Autor)

Juristin und freischaffende Journalistin

Regula Heinzelmann studierte Rechtswissenschaften an der Universität Zürich und arbeitet seit 1984 als selbstständige Autorin mit Schwerpunkt auf wirtschaftlichen und juristischen Themen. Für Unternehmen verfasst sie PR-Texte und Vertragsmuster. Die freischaffende Journalistin wohnt in Dietikon und lebt zeitweise in Berlin.