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Unternehmenssteuerreform III: Gewinner und Verlierer

Zaree Sytsma

05.01.17
Die Schweizer Bevölkerung kann am 12. Februar über die nächste Reform der Unternehmenssteuer abstimmen. Während die Schweiz 1997 und 2008 die Unternehmenssteuern aus freien Stücken reformierte, muss sie bei der 3. Reform auf Druck von aussen reagieren. Ein kleiner aber feiner Unterschied...

... der die Schweiz als Verlierer erscheinen lässt, während die EU gewonnen zu haben scheint. Die Schweiz wäre aber nicht die Schweiz, wenn den Eidgenossen dazu nicht etwas einfallen würde. Nach einigem politischen Gezanke, versteht sich.

 

Blicken wir zurück: Ausgangspunkt für die Streitereien ist die Verpflichtung der Schweiz gegenüber der EU und der OECD, Steuerprivilegien abzuschaffen, die für international tätige Unternehmen bisher galten. Diese Unternehmen (Holding-, Domizil- und gemischten Gesellschaften) sollen jene Gewinne, die sie im Ausland erwirtschaften, gleich hoch versteuern wie ihre Gewinne aus dem Inland.

Das Problem: Gerade Holdings und ähnlichen Gesellschaften sind sehr mobile Firmen, die flugs mit Sack und Pack einfach wieder wegziehen, wenns ein klein wenig teurer wird. Der Wegfall der Steuerprivilegien für solche Unternehmen ist ein klarer Nachteil für die Schweiz im internationalen Standortwettbewerb.

Die Idee: Um den Standort Schweiz zu stärken, sollen neue Steuerrabatte geschaffen werden. Doch die neuen Steuerprivilegien sollen nicht nur den bisherigen 24000 Unternehmen steuerliche Vorteile verschaffen, sondern gezielt jene Betriebe unterstützen, die Innovationen fördern. Dafür steht eine ganze Palette an Vorschlägen und Massnahmen zur Verfügung. So sollen beispielsweise Unternehmen, die in Forschung und Entwicklung investieren (Inputförderung), oder die Gewinne aus Patenten erwirtschaften (Patentbox), einen Supersteuerabzug machen können.

Die Gewinner: Innovative KMU, die bisher jeden Rappen zweimal umdrehen mussten, dürften sich über die Unternehmenssteuerreform III freuen. Denn sie würden zu den klaren Gewinnern der Reform gehören, da sie heute ordentlich besteuert werden und vorwiegend im Inland tätig sind. Laut Economiesuisse würden die forschungsintensiven Unternehmen, zum Beispiel aus dem Pharmabereich, aufgrund der geplanten Patentbox und der Inputförderung in etwa gleich viel an den Fiskus zahlen müssen.

Die Verlierer: Verlieren würden jene Unternehmen, die von keiner Ersatzmassnahme profitieren können. Das wären insbesondere die internationalen Handelsgesellschaften. Die neuen Privilegien werden nicht ausreichen, um diese Firmen in der Schweiz zu halten. Manche Regionen würde es schwerer treffen also andere, wie zum Beispiel Genf, da dort besonders viele Handelsgesellschaften ansässig sind.

Kurz: Die Schweiz würde mit der Unternehmenssteuerreform III die international verpönten Statusgesellschaften verlieren. Aber mit der neuen Reform würde die Schweiz ein nachhaltiges Zeichen für innovative KMU und für den Forschungsstandort Schweiz setzen. Und das würde die Eidgenossen dann doch zu Gewinnern machen.