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Strategie & Management
Risikomanagement

Die Bedeutung des Risk Managements für KMU

Prof. Dr. Marco Gehrig (Autor), Christian Kressig (Autor)

01.09.15 - 15:45

Viele KMU vollziehen Risikomanagement nach «common sense», ohne dabei komplexe Systeme oder Modelle zur Verfügung zu haben. Es fehlt an den notwendigen Ressourcen, solche Systeme und Methoden einsetzen zu können. Ein Blick in die Industrie über den Umgang mit Risiken soll eine Praxisaufnahme erlauben.

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Trotz dieser Situation gibt es aber viele Unternehmen, die sich eine Optimierung ihrer Risikokosten wünschen und auch bereit wären, ein systematisches Risikomanagement einzuführen. Dies aber nur unter der Prämisse, dass allgemeingültige sowie praxisnahe Erfolgsfaktoren und aus ihnen abgeleitete Leitfäden bzw. Hilfsmittel zur Verfügung stehen. Die heute vorhandenen Standards und Leitfäden sind dazu bedingt praxistauglich und vielfach zu kompliziert.

Schlussfolgerung

Es scheint in der Praxis Bedarf für ein geeignetes Risikomanagement-Modell zu geben. Die vielfach zu abstrakte Theorie lässt sich aber für die meisten kleineren und mittleren Unternehmen nicht anwenden. Es stellt sich daher die Frage, welche Erfolgsfaktoren insbesondere für KMU für die zielführende Implementation eines Risk-Management-Ansatzes zu berücksichtigen sind.

Als Erstes sollten die Unternehmen da-rauf achten, dass das Verständnis für die Wichtigkeit eines guten Risikomanagements unbedingt im eigenen Unternehmen verankert sein muss. Dies ist eine eindeutige Managementaufgabe. Es muss von oben her gelebt werden. Das wiederum erfordert eine gute Kommunikation im Betrieb. Als Zweites sollte das Risikomanagement praxisorientiert und vor allem einfach implementiert werden können. Ist ein Betrieb etwas grösser, bringt eine homogene Organisation dabei gros-se Vorteile und spart Ressourcen.

Für die Industrie empfiehlt sich gerade aufgrund der knappen Ressourcen eine Massnahmenorientierung für das Risikomanagement. Dabei sollten sich die Betriebe für ihre Analysen die Unterstützung vom Qualitätsmanagement, wenn vorhanden, vom Internen Kontrollsystem und natürlich vom Controlling ableiten. Das mühsame und kostspielige Einführen einer Risikomanagementinformationssoftware kann vielfach weggelassen werden, da jährliche physische Risikomanagement-Reporte als Basis für die kommenden Jahre ausreichen.

Am allerwichtigsten ist aber, dass die Unternehmen erkennen, dass das Thema Risikomanagement aufgrund steigender Komplexität in verschiedensten Bereichen an Wichtigkeit gewinnen wird und daher dringend umgesetzt werden sollte. Die Theorie zum Risk Management können Ansätze und Ansatzpunkte sein, um ein eigenes, unternehmensspezifisches Modell für den Umgang mit Risiken zu entwickeln. Die Risiken werden bleiben und der unternehmerisch verantwortungsvolle Umgang ein wichtiger Erfolgsfaktor für Schweizer KMU im Sinne einer nachhaltigen Unternehmensführung sein.

Porträt

Prof. Dr. Marco Gehrig (Autor)

Dozent und Verwaltungsrat

Prof. Dr. Marco Gehrig, WP, ist Dozent am Institut für Unternehmensführung (IFU – FHS) an der St. Galler Fachhochschule und Verwaltungsrat der Provida Gruppe.

 

Christian Kressig (Autor)

Projektleiter

Institut für Qualitätsmanagement und Angewandte Betriebswirtschaft an der FHS St. Gallen, Hochschule für Angewandte Wissenschaften