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Strategie & Management
Strategisches Wachstum

Auf dem Weg zum Unternehmenskauf

Andreas Schubert (Autor), Richard Jauch (Autor)

01.09.11 - 14:15

Ein Unternehmenskauf ist eine mögliche Option, um Wachstum zu generieren – die allerdings mit Risiken behaftet ist. Dieser Fachbeitrag gibt Kaufinteressierten Tipps als Unterstützung, um die richtigen Entscheidungen zu treffen.

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7. Due Diligence durchführen

Im üblichen Verkaufsprozess findet eine sorgfältige Prüfung des Unternehmens (im Fachjargon üblicherweise als «Due Diligence» bezeichnet) statt, wenn sich die Parteien grundsätzlich über den Kauf einig sind und die Konditionen in einem unverbindlichen, vom Verkäufer akzeptierten Angebot festgehalten sind. Dieses Angebot bildet nach erfolgter Due Diligence die Basis für die Ausarbeitung des Kaufvertrags. Erst mit dessen Unterzeichnung wird die Transaktion auch rechtlich verbindlich.

Gegenstand einer Due Diligence sind Bilanzen, personelle und sachliche Ressourcen, strategische Positionierung, rechtliche und finanzielle Risiken, Umweltlasten, etc. Für die Durchführung der Due Diligence richtet der Verkäufer bzw. dessen Berater einen Datenraum ein, in welchem die notwenigen Dokumente und Informationen zur Verfügung gestellt werden. Der Datenraum kann physisch oder virtuell eingerichtet werden.

Die Prüfung umfasst unter anderem die folgenden Bereiche:

  • rechtliche Situation (Legal Due Diligence)
  • steuerliche Situation (Tax Due Diligence)
  • finanzwirtschaftliche Situation (Financial Due Diligence)
  • Markt, Branche und Strategie (Market/ Commercial/Strategic Due Diligence)
  • Umweltverträglichkeit (Environmental Due Diligence)
  • Versicherungsschutz (Insurance Due Diligence)
  • Technik (Technical Due Diligence)
  • IT-Systeme (IT Due Diligence)
  • Mitarbeitersituation (Human Resources Due Diligence)

Die obige Liste kann beliebig erweitert oder gekürzt werden. Üblicherweise stellt der Käufer die (Wunsch-)Liste der einzusehenden Unterlagen dem Verkäufer bzw. dessen Berater zu. Für einen effizienten Prozess ist es empfehlenswert, dass sich die Parteien auf eine gemeinsame Due Diligence-Liste einigen.

Der Käufer kann sich vorbereiten und der Verkäufer kann dem Käufer früh genug mitteilen, falls gewisse Unterlagen nicht existieren (nur wenige KMU verfügen beispielsweise über einen ausgearbeiteten Businessplan für die nächsten fünf Jahre oder detaillierte Markt- und Wettbewerbsanalysen). Der Prüfer (meist ein Treuhand- oder Revisionsexperte) fasst die Ergebnisse in einem Bericht zusammen. Quantifizierbare Ergebnisse werden zu Plausibilisierung des Verkaufspreises verwendet. Nicht quantifizierbare Ergebnisse führen zur Aufnahmen spezifischer Gewährleistungen im Kaufvertrag.

Wer eine effiziente und kostenminimierende Due-Diligence-Prüfung anstrebt, stimmt die Analyseschwerpunkte der Due Diligence auf das zu prüfende Unternehmen, die Deal-Struktur und die Ziele des Auftraggebers ab. Es macht z. B. wenig Sinn, eine tiefgreifende steuerliche Prüfung durchzuführen, wenn das Unternehmen im Rahmen eines reinen Verkaufs der Aktiven (Asset Deal) übernommen wird.

Porträt

Andreas Schubert (Autor)

Partner Business Broker AG

Richard Jauch (Autor)

Business Broker