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Recht
Verträge mit Fotografen

Urheber ist immer eine natürliche Person und nie eine Firma oder Institution

Regula Heinzelmann (Autor)

01.05.11 - 10:00

Das Urheberrecht an Fotos, Filmen und anderen visuellen Werken liegt bei den Urhebern. Das gilt auch für Bilder oder Filme im Internet. Um Klarheit zu schaffen und Missverständnisse zu vermeiden, muss man bei Verträgen mit Fotografen Vereinbarungen über die Verwertungsrechte treffen.

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Verletzung des Urheberrechts

Wer in seinem Urheber- oder verwandten Schutzrecht verletzt oder gefährdet wird, kann vom Gericht verlangen, eine drohende Verletzung zu verbieten oder eine bestehende Verletzung zu beseitigen (URG Art. 62). Die beklagte Partei kann verpflichtet werden, Herkunft, Menge und Abnehmer der widerrechtlich hergestellten oder in Verkehr gebrachten Gegenstände zu nennen. Vorbehalten bleiben die Klagen nach dem Obligationenrecht auf Schadenersatz und Genugtuung sowie auf Herausgabe eines Gewinns entsprechend den Bestimmungen über die Geschäftsführung ohne Auftrag. Urheber können beim Gericht die Anordnung vorsorglicher Massnahmen verlangen, zum Beispiel zur vorläufigen Vollstreckung von Unterlassungs- und Beseitigungsansprüchen. Das Gericht kann auf Antrag der siegenden Partei anordnen, dass das Urteil auf Kosten der anderen Partei veröffentlicht wird. Es bestimmt Art und Umfang der Veröffentlichung (URG Art. 66). Ausserdem kann für Urheberrechtsverletzung auf Antrag Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe drohen, zum Beispiel für unberechtigte Veröffentlichung oder Änderung eines Werks.

Persönlichkeitsrechte

Für Fotografien, vor allem für Porträts, gilt zusätzlich zum Urheberrecht das Persönlichkeitsrecht nach ZGB Art. 28. Dabei ist das Persönlichkeitsrecht der porträtierten Person gleich hoch einzuschätzen wie das Urheberrecht des Fotografen. Das sogenannte Recht am eigenen Bild ist eine Variante des allgemeinen Persönlichkeitsrechts von ZGB Art. 28. Grundsätzlich darf niemand ohne seine vorgängige oder nachträgliche Zustimmung abgebildet werden, sei es durch Zeichnung, Gemälde, Fotografie, Film oder ähnliche Verfahren. Die Einwilligung muss gültig sein, ausnahmsweise kann sie auch stillschweigend erteilt bzw. angenommen werden. Nach ZGB Art. 28a kann der Verletzte bei Gericht beantragen, eine drohende Verletzung zu verbieten oder eine bestehende Verletzung zu beseitigen oder die Widerrechtlichkeit einer Verletzung festzustellen, wenn sich diese weiterhin störend auswirkt. Auch der Urheber hat Persönlichkeitsrechte. Selbst wenn eine Drittperson vertraglich oder gesetzlich befugt ist, das Werk zu ändern oder es zur Schaffung eines Werks zweiter Hand zu verwenden, kann sich der Urheber jeder Entstellung des Werks widersetzen, die in Bezug auf die Persönlichkeit verletzend ist.

Porträt

Regula Heinzelmann (Autor)

Juristin und freischaffende Journalistin

Regula Heinzelmann studierte Rechtswissenschaften an der Universität Zürich und arbeitet seit 1984 als selbstständige Autorin mit Schwerpunkt auf wirtschaftlichen und juristischen Themen. Für Unternehmen verfasst sie PR-Texte und Vertragsmuster. Die freischaffende Journalistin wohnt in Dietikon und lebt zeitweise in Berlin.