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Interviews
Interview mit Dr. h.c. Günther W. Amann-Jennson

Wie viel Schlaf braucht ein Manager?

Dr. h.c. Günther W. Amann-Jennson

01.09.14 - 15:30

Dr. h.c. Günther W. Amann-Jennson, Schlafforscher, Geschäftsführer der Samina Produktions- und Handels GmbH, sagt, warum besonders Manager von der Zivilisationskrankheit Schlafdefizit betroffen sind, und wie Schlafeffizienz die Leistungsfähigkeit erhöht.

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Wie muss dieser Schlafplatz beschaffen sein?

Die Schlafunterlage muss vor allem hochwertig sein. Denn der zivilisierte Mensch bewegt sich zu wenig, und wenn er sich bewegt, dann oft falsch. Er benutzt Stühle und Schuhe, die die Orthopädie nicht unterstützen. Bänder, Sehnen, Gelenke und Bandscheiben werden über Tage sehr beansprucht, deswegen braucht man etwas, das in der Nacht alles wieder in Balance bringt. Ein Beispiel: In den letzten Jahren hat sich der sogenannte «Smartphone-Nacken» entwickelt, eine angespannte Nackenmuskulatur. Am Nacken führen die ganzen Nervenzentren zum Gehirn. Das sind sehr sensible Stellen, die auch den Blutdruck regulieren. So kann auch ein falsches Kissen den Blutdruck erhöhen. Zu einem gesunden Schlafplatz gehört vor allem auch ein trocken-warmes Bettklima. In der Nacht ist der Organismus ganz anders aufgestellt als am Tag. Wir haben andere physiologischen Voraussetzungen: einen anderen Blutdruck, eine andere Herzfrequenz, andere Stoffwechsellage und einen veränderten Atemrhythmus. Dann die Hormone: Melatonin z. B. ist nicht nur ein Schlafhormon, sondern hilft, beschädigte Zellen zu regenerieren. Diese Hormone entstehen nur, wenn es im Schlafraum dunkel ist und ein ausgeglichenes Raumklima herrscht. Dann ist Lärm ein grosser Schlafstörer. Am Tag kann der Mensch über einen gewissen Zeitraum 80 bis 90 Dezibel aushalten. Aber in der Nacht ist man schon bei 20 gestört. Technisch verursachte Strahlung ist ein weiterer Faktor, der Stresszustände verursacht. Wie das Max-Planck-Institut 1993 herausgefunden hat, brauchen wir am Schlafplatz ein ungestörtes Erdmagnetfeld.

Herr Amann-Jennson, ziehen wir ein Fazit: Bewegung, Ernährung und Schlafplatz sind die Säulen für gesunden Schlaf, der wiederum Stress kompensiert. Haben Sie einen letzten Rat für Manager?

Am Tag sind die meisten Manager sehr effizient, vielen gelingt das in der Nacht leider nicht. Vielleicht schlafen sie von acht Stunden im Bett nur sechs. Um die volle Leistungsfähigkeit zu erzielen beziehungsweise zu erhalten, wird jedoch eine möglichst hohe Schlafeffizienz immer wichtiger werden. Da kann ein naturkonformes Schlafsystem eine wichtige Hilfe sein.

Porträt

Dr. h.c. Günther W. Amann-Jennson

Geschäftsführer

Günther W. Amann-Jennson ist Schlafpsychologe und der Geschäftsführer der Samina Produktions- und Handels GmbH, Frastanz in Österreich. Er gründete das mehrfach prämierte Vorarlberger Familienunternehmen für Bettsysteme im Jahr 1988 und beschäftigt heute mehr als 70 Mitarbeitende. Er gilt als Experte rund um die Themen Schlafen, Gesundheit, Lebensenergie und Bioenergetik. Der Buchautor ist zudem Leiter des österreichischen Instituts für Schlafpsychologie und Schlafcoaching.